Herbsthelfer – Bremer Verbund für Seniorendienste präsentieren neues Service-Angebot

Carolin Schröer, Projektkoordinatorin für das Lotsenprojekt (l), DLZ-Leiterin Annemarie Norpoth und Postbote Andree Helscher wollen Ehrenamtliche für die Nachbarschaftshilfe im Stadtteil Bremen-Horn werben.

Teilprojekt startet mit den Gewinnung von Freiwilligen für die Nachbarschaftshilfe 

Die Bremer Herbsthelfer wollen Seniorinnen und Senioren das Leben erleichtern. Der Verbund startet mit sechs Projekten. Die Angebote reichen von Informationen über Dienstleistungszentren und der Nachbarschaftshilfe bis zum täglichen persönlichen Kontakt mit dem Postboten, von der Ausweisverlängerung direkt im Altenheim oder einem Bargeldservice per Post. 

Bei den „Herbsthelfern – Bremer Verbund für Seniorendienste“ engagieren sich die Dienstleistungszentren der Wohlfahrtsverbände, die Bremer Verwaltung, die Deutsche Post, die AOK Bremen/Bremerhaven, die Sparkasse Bremen und die Johanniter. Das Projekt wird von Professor Herbert Kubicek vom Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib) wissenschaftlich begleitet. Die Projekte sollen insgesamt vorerst bei Mitte 2019 laufen und abschließend evaluiert werden, um zu entschieden welche Angebote langfristig die Unterstützungsangebote für Seniorinnen und Senioren ergänzen können. 

Das Angebot „Post persönlich“ stellt eine Erweiterung des Hausnotrufdienstes der Johanniter dar. Die Zustellerinnen und Zusteller der Deutschen Post klingeln an den vereinbarten Tagen, erkundigen sich nach dem Wohlbefinden der Kunden und übergeben die Tagespost. Wenn augenscheinlich alles in Ordnung ist, setzen sie ihre Zustelltour fort. Wenn Hilfe oder Unterstützung benötigt wird, informieren sie den Hausnotrufdienst der Johanniter Bremen, der umgehend weitere vereinbarte Maßnahmen veranlasst. 

Unter dem Namen „Lotsenprojekt“ kooperieren die Dienstleistungszentren mit der Post, um auf ihre Angebote der Nachbarschaftshilfe in den Stadtteilen Mitte, Walle, Neustadt und Horn aufmerksam zu machen. In der ersten Phase ab April 2018 werden potentielle Ehrenamtliche durch die Briefzusteller angesprochen. Es werden Frauen und Männer gesucht, die gegen eine Aufwandsentschädigung als tätige Unterstützung in den Haushalten von Senioren eingesetzt werden. In der zweiten Phase ab August werden über die Briefzusteller Senioren angesprochen und auf das Beratungsangebot der Dienstleistungszentren aufmerksam gemacht. 

Weitere Serviceangebote sind ein Ummeldeservice, ein Formularservice des Bürgertelefons und ein Bargeldservice der Sparkasse. Ab Juni 2018 kommen Beschäftigte des Bürgeramtes in Einrichtungen der Bremer Heimstiftung. Für die Bewohnerinnen und Bewohner können dann direkt vor Ort alle Ummeldeformalitäten erledigt werden. Außerdem können Personalausweise und Reisepässe neu beantragt werden. Ab Juli 2018 können über die Servicenummer 115 Formulare wie zum Beispiel Wohnberechtigungsscheine oder Anmeldeformulare für die Hundesteuer telefonisch angefordert werden. Sie werden dann per Post kostenlos verschickt. Und Kunden der Sparkasse Bremen können künftig telefonisch Bargeld über das Kunden-Service-Center der Sparkasse Bremen anfordern. Nach einer entsprechenden Legitimierung am Telefon wird die gewünschte Summe durch die Sparkasse Bremen als neutrale Briefsendung vorbereitet und über die Deutsche Post verschickt. 

Bremen unterstützt die Herbsthelfer in 2018 und 2019 mit insgesamt 460.000 Euro aus den Verstärkungsmitteln Digitalisierung und Bürgerservice. Damit werden die wissenschaftliche Begleitforschung und abschließende Evaluation sowie die beiden Projekte Formularservice und Ummeldeservice vor Ort finanziert. Finanzsenatorin Karoline Linnert: „Mit unserem Programm Zukunftsorientierte Verwaltung verbessern wir den Service für alle Bürgerinnen und Bürger – häufig über neue digitale Prozesse. Wir haben aber auch die Menschen im Blick, die das Internet nicht nutzen. Hier setzen die Herbsthelfer an. Gemeinsam helfen sie Seniorinnen und Senioren, länger und selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben zu können.“

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