Paritätischer Bremen verabschiedete Gerd Wenzel und begrüßte Hermann Schulte-Sasse

(v.l.) Bürgermeister Carsten Sieling, Gerd Wenzel, Hermann Schulte-Sasse und Rolf Rosenbrock

Abschied und Willkommen

Rund 140 Gäste aus den Reihen der Mitgliedsorganisationen, der Politik, Verwaltung und anderen Verbänden waren am 1. Februar 2017 zusammengekommen, um Gerd Wenzel als Vorsitzenden des Paritätischen Bremen zu verabschieden und Hermann Schulte-Sasse zu begrüßen. Bürgermeister Carsten Sieling und Sozialsenatorin Anja Stahmann fanden viele lobende Worte für den alten und den neuen Vorsitzenden.

„Sie beide sind Impulsgeber, die nicht nur einen Verband vertreten sondern sich auch für Ideen und Projekte einsetzen“, so Carsten Sieling bei seinem Grußwort. Und Anja Stahmann ergänzte: „Gerd Wenzel hat mit uns engagiert Themen wie die Sozialwirtschaft als Arbeitgeber, Arbeitsmarktpolitik oder Grundsicherung für Kinder diskutiert. Und ich habe ihn sehr geschätzt als Kommentator schwieriger Gesetze.“ Sie lobte das intensive ehrenamtliche Engament von Gerd Wenzel und wünschte Hermann Schulte-Sasse alles Gute für die Zukunft.

Auch Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes, dankte und wies auf die Nähe von Hermann Schulte-Sasse zu gesundheitspolitischen Themen hin. „Als Mediziner und ehemaliger Gesundheitssenator kennst Du den Satz von Rudolf Virchow ´Politik ist nichts weiter als Medizin im Großen` , das heißt, man muss Brücken bauen zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik“, so Rosenbrock.

Wolfgang Luz wies in seinem Worten auf das große Engagement von Gerd Wenzel für armutspolitische Themen und die Armutskonferenz hin. Gerd Wenzel dankte allen Anwesenden für die anregenden und intensiven Gesprächen, ins besondere den Vertretern der Mitgliedsorganisationen. „Ich dachte vor meiner Zeit beim Paritätischen, ich kenne die Arbeit der sozialen Organisationen in Bremen. Die vielen Besuche im Laufe der Jahre haben mir gezeigt, wie vielfältig die Arbeit im Verband ist“, so Wenzel.

Hermann Schulte-Sasse wies in seiner Rede auf zukünftige Herausforderungen der Wohlfahrtspflege hin. „Wir haben seit Beginn der 90er Jahre einen Politik- und Kulturwandel. Wettbewerb und die Deckelung staatlicher Ausgaben bestimmen die sozialpolitische Diskussion immer stärker“, so Schulte-Sasse. Geld für neue sozialpolitische Felder oder die Ausweitung bestehender Angebote stehe quasi nicht zur Verfügung oder verlange Umschichtungen, die steigenden Kosten der Träger würden kaum berücksichtigt. „Dabei machen sich die gesellschaftlichen Brüche immer mehr bemerkbar, Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit ist für viele Menschen ständiger Begleiter in ihrem Alltagsleben. Arbeitslosigkeit, Wohnungsprobleme, zunehmende Verarmung immer breiterer Kreise der Bevölkerung, Probleme der Migration – Dass all diese Belastungen nicht ohne Folgen für unsere Gesellschaft bleiben liegt auf der Hand“, so der neue Vorsitzende. Wichtig sei es nach wie vor, sich auf die trangenden Prinzipien des Sozialstaates Solidarität, Subsidiarität und Personalität zu besinnen. „Solidarität verpflichtet Leistungsstarke zum Teilen mit Leistungsschwachen. Subsidiarität verweist auf das Gebot zur Zurückhaltung staatlichen Handelns und auf die Pflichten des einzelnen. Personalität bedeutet das individuelle Eingehen auf Notlagen von einzelnen.“

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