Beteiligung – läuft doch!?

Interessierte TeilnehmerInnen an dem Fachtag

Fachtag diskutierte über Partizipation in der Erziehungshilfe

Über drei Jahre arbeitet das „Bremer Beratungs- und Beschwerdebüro für die Erziehungshilfen“(BeBeE) bereits. Ratsuchende sind Mütter oder Väter, deren Kinder bei Pflegefamilien oder in einer Einrichtung der Jugendhilfe leben und die zumeist im Kontakt mit dem zuständigen Casemanager im Jugendamt oder mit der Einrichtung, in der die Kinder leben, Schwierigkeiten haben.

Zum Abschluss der von Aktion Mensch geförderten Projektlaufzeit kamen betroffene Eltern und Fachleute aus den Erziehungshilfeeinrichtungen, dem Jugendamt und der Senatorischen Behörde am 23. September 2016 zusammen, um die bisherige Arbeit zu reflektieren und Perspektiven für die weitere Arbeit zu entwickeln. Das BeBeE, jetzt Bremer Beratungsbüro für Erziehungshilfen, wird auch weiterhin seine Arbeit in Trägerschaft des Paritätischen Bremen fortsetzen können.

Was ist ombudschaftliche Beratung? Das erläuterte Angela Smessaert von der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ). „Es bedeutet, die Eltern und Sorgeberechtigten so kompetent zu machen, dass sie mit den Profis in der Erziehungshilfe auf Augenhöhe kommunizieren können“, sagte die Berliner Fachexpertin.

Auf der Fachtagung kamen auch betroffene Mütter zu Wort. Sie wünschten sich mehr Zeit für Gespräche im Jugendamt, um auch das Handeln der Casemanager zu verstehen und sie wünschten sich mehr Beteiligung am Gesamtverfahren. Partizipation sei ein wichtiges Thema, so Matthias Ehmke, stellvertretender Leiter des Sozialzentrums Bremen-Nord. Man müsse Einzelfälle analysieren, um zu Verbesserungen im Verfahren zu kommen.

Auch die Ergebnisse der Evaluation BeBeE-Beratungspraxis wurden präsentiert.  Beratung mit Zeit, Beratung ohne Wertung: Dies schätzten die Ratsuchenden besonders.

Für die Leiterin des Beratungsstelle Christine Krohne war die Fachtagung ein guter Abschluss der Projektzeit und gleichzeitig der Auftakt für die weitere Arbeit. „Für die Teilnehmer des Fachtages ist die Aufgabe des BeBeE zwischen Eltern und Erziehungshilfe-Profis nochmals deutlich geworden.“ Und ein persönliches Resümee zog ein Teilnehmer: „Wir müssen uns in der alltäglichen Arbeit fragen: Sprechen wir genug mit den betroffenen Eltern und vor allem – hören wir ihnen genug zu?“

<< Zurück zur Übersicht