Altersarmut verhindern – Alterssicherung stärken

Titelbild der Broschüre "Armut im Alter verhindern". Foto Marco2811_fotolia.com

Paritätischer Bremen veröffentlicht Positionspapier

Die Alterssicherung und das zukünftige Rentenniveau sind derzeit wichtige Themen in der politischen Diskussion. Sozialministerin Andrea Nahles hat für November 2016 ein Rentenkonzept angekündigt.

Konzepte für die Alterssicherung sind gefragt. Der Verbandsrat des Paritätischen Bremen hat sich mit dieser Thematik beschäftigt und ein Positionspapier „Armut im Alter verhindern – Konzepte für die Alterssicherung“ erarbeitet. „Es geht um die Fragen, wie mit dem bestehenden Alterssicherungssystem der im Laufe eines Lebens erworbene Lebensstandard abgesichert und wie heute und auch in Zukunft Armut im Alter verhindert werden kann“, sagt Gerd Wenzel, Vorsitzender des Verbandsrates des Paritätischen Bremen.

Die Zahl altersarmer Menschen steigt von Jahr zu Jahr. Gründe sind die Zunahme prekärer Arbeitsbedingungen und die Absenkung der Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Deren Armutsquote liegt bundesweit bei 14,6% (2015) und ist seit 2005 überproportional gewachsen. In Bremen ist die Armutsquote älterer Menschen seit 2006 von 9% auf 15,3% in 2015 gestiegen. Allein mit der gesetzlichen Rentenversicherung wird zukünftig ein einmal erreichter Lebensstandard nicht mehr zu halten sein. „Geplant ist, das Rentenniveau von ursprünglich 54% auf 43% abzusenken. Das bedeutet, dass auch Normalverdiener kaum eine Rente erwarten können, die über dem Niveau der Grundsicherung im Alter liegt“, sagt Wolfgang Luz, Vorstand des Paritätischen Bremen.  Deshalb ist es erforderlich, die Absenkung des Rentenniveaus rückgängig zu machen.

Auch die im Jahr 2002 eingeführte Riester Rente kann die Versorgungslücke nicht schließen. Hohe Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie niedrige Ertragszinsen machen sie zu einem ungeeigneten Modell für eine zusätzliche Alterssicherung. „Und bei Armut im Alter bringt die Riester Rente nichts, da sie voll auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wird“, so Wenzel. Außerdem können sich arme Menschen die Verträge zur Riester-Rente ohnehin nicht leisten.

Der Paritätische untersucht auch weitere Alterssicherungssysteme wie die Grundsicherung im Alter und die betriebliche Altersversorgung. Und er macht Vorschläge, wie die Systeme verbessert werden können. „Zum Beispiel muss die gesetzliche Rentenversicherung durch eine Mindestsicherung unterfüttert werden, damit Rentnerinnen und Rentner keine Grundsicherung im Alter in Anspruch nehmen müssen. Betriebliche Altersversorgung ist sinnvoll, die bestehenden Regelungen müssen aber für kleinere und mittlere Betriebe vereinfacht werden“, sagt Wenzel. Wichtig ist aber eins: „Wir brauchen ein aufeinander abgestimmtes einfaches System, in dem sich gesetzliche Rentenversicherung und betriebliche sowie private Vorsorge sinnvoll ergänzen“, so Wenzel. 

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