Inklusion auf dem Weg

Ein Teilnehmer des inklusiven Graffiti-Projektes

Erfolgreicher Abschluss des Martinsclub-Projektes „Inklusive Stadt Bremen“

Wie schafft man, dass „Inklusion“ – das Miteinander von allen Menschen – Realität wird? Man fängt an. „Inklusion geschieht aber nicht einfach so, sondern muss immer angeregt werden“, sagt Projektkoordinatorin Anna Bechtoldt. Sie und ihr Kollege Marco Bianchi haben das Projekt des Martinsclubs über drei Jahre geleitet. Finanziert wurde es von Aktion Mensch.

Aktiv war das Projekt an zwei Standorten. In Bremen-Kattenturm nutzte man bestehende Kooperationen, um das Kulturcafé Vielfalt zu einem lebendigen Treffpunkt für alle Anwohner zu machen. In der Stadtmitte konzentrierte man sich darauf, Rahmenbedingungen für Inklusion in Sport- und Freizeitgruppen zu untersuchen und mit Inklusionsexperten, den „Ixperten“ Gruppen und Organisationen zu unterstützen, die inklusiv arbeiten wollen.

Quartiersfeste, Ausstellungen, Infonachmittage oder einfach nur Klönschnack bei Kaffee und Kuchen: Das Kulturcafé Vielfalt am Sonnenplatz in Bremen-Kattenturm wurde in den letzten Jahren zum beliebten Treffpunkt. Senioren aus dem benachbarbarten Stadtteilhaus der Bremer Heimstiftung, behinderte Menschen, die in Kattenturm wohnen und vom Martinsclub betreut werden sowie alle anderen Nachbarn nutzten das Kulturcafé. Eine besondere Aktivität war die Graffiti-Verschönerung des gesamten Eingangsbereiches der Wohnanlage. „Das haben Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam gestaltet“, sagt Anna Bechtoldt.

Wie  arbeitet man in heterogenen Gruppen inklusiv zusammen. Diese Frage wurde in einem weiteren Teilprojekt bearbeitet. „Zuerst haben wir selbst gemeinsam mit dem Sportgarten Praxiserfahrung gesammelt“, so Bechtoldt. Mit der „Sportsafari“, einem wöchentlichen Angebot für eine heterogene Gruppe von Grundschulkindern, wurden erlebnis- und gruppenpädagogische Methoden erprobt. Im Anschluss daran wurden verschiedene Freizeitgruppenangebote untersucht und GruppenleiterInnen und TeilnehmerInnen befragt. Zu den Leitfragen gehörten: Wie geht man mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Voraussetzungen von TeilnehmerInnen um? Wie werden Konflikte gelöst? Wie wird die Gruppenzusammengehörigkeit gestärkt? Ergebnisse der Untersuchung: „Von großer Bedeutung sind Rituale und Regeln, die Möglichkeit der Binnendifferenzierung und Spiele oder Angebote, die den Gruppenzusammenhalt stärken. Die Ergebnisse wurden in einer sehr lesenswerten Broschüre zusammengefasst, die beim Martinsclub erhältlich ist.

Unterstützung und Sensibilisierung für das Thema Inklusion leisteten die Ixperten, ein ehrenamtliches Team von Fachleuten aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern.

Nach dem Projekt soll es weitergehen. Sowohl in Kattenturm, wo im Frühjahr 2016 ein Stadtteilbistro eröffnet wird als auch mit den Angeboten des Martinsclubs. „Wir planen mittlerweile alle unsere Freizeitangebote inklusiv und kooperieren mit vielen Partnern“, so Anna Bechtoldt.

Weitere Infos unter www.inklusive-stadt-bremen.de

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