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Infos aus den Mitgliedsorganisationen

Ein Kokon für psychisch kranke Mütter und ihre Kinder

Kinderwagen

Als Elke S.* (Name geändert) vor einem Jahr mit ihrem kleinen Sohn bei KOKON, der Wohngemeinschaft für psychisch kranke Mütter und ihre Kinder, einzog, war sie die Erste, die das neue Projekt des Vereins Bremer Werkgemeinschaft und der Caritas-Erziehungshilfe gGmbH in Anspruch nahm.

Das Haus im Bremer Westen, das Platz für drei Mütter mit Kindern bietet, wurde speziell für deren Bedürfnisse gestaltet. Freundliche Räume für Mütter und Kinder, eine gemeinschaftlich genutzte Küche sowie ein Wohnzimmer empfangen die Frauen. Alle benötigen Unterstützung in dieser besonderen Lebensphase: Fordert schon die psychische Erkrankung, wie Borderline-Syndrom, Psychose, Schizophrenie oder Depressionen, Kraft und Energie, so kommt nun ein Kind hinzu.

Die Idee wurde aus den Erfahrungen beider Träger in ihrer Betreuungsarbeit geboren. Im vergangenen Jahr realisierten sie die psychosoziale Betreuung und sozialpädagogische Hilfen für Mutter und Kind unter einem Dach. Der Projektname KOKON weist einerseits auf den geschützten Rahmen zur Entwicklung und andererseits auf die Entfaltungsmöglichkeiten hin, die das Wohnprojekt bietet.

In KOKON kümmern sich BetreuerInnen der Bremer Werkgemeinschaft um die besonderen psychosozialen Bedürfnisse der Mütter. Parallel dazu unterstützen FamilienpädagogenInnen der Caritas-Erziehungshilfe die Mütter in Erziehungsfragen und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein Netzwerk, das sie in ihrer schwierigen Lebenssituation entlastet. „Die enge Zusammenarbeit beider Träger fördert die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Das Wohl des Kindes ist gesichert. Wir trainieren kontinuierlich, dass die Mütter die elterlichen Aufgaben zuverlässig umsetzen“, so die Betreuerin Heike Haarmannen von der Bremer Werkgemeinschaft. Die Mütter werden darüber hinaus in allen lebenspraktischen Bereichen unterstützt. Sie lernen, mit ihren Erkrankungen so umzugehen, dass sie ihren Hilfebedarf frühzeitig genug erkennen und sich professionelle Hilfe holen.

Nach einer erfolgreichen Zeit im Projekt KOKON kehrte Elke S.* mit ihrem Sohn wieder in ihr gewohntes Umfeld zurück und bewältigt nun das Zusammenleben mit ihrem Sohn ganz allein. Bei Marion M.* (Name geändert), die gleich nach der Geburt ihres Kindes in die Wohngemeinschaft einzog, fiel nach einem halben Jahr freiwillig die Entscheidung, ihre Tochter in eine Pflegefamilie zu geben. Die BetreuerInnen halfen ihr während dieses Prozesses. Sie unterstützten Marion M. sehr intensiv, als sich diese schwere Entscheidung anbahnte und sie sich von der Tochter löste. Heute lebt Marion M.* ohne Betreuung und besucht ihr Kind in der Pflegefamilie.

Die MitarbeiterInnen von KOKON ziehen Bilanz: „Wir sind froh, dass wir dieses Projekt anbieten können. Die Erfahrungen im ersten Jahr zeigen uns, dass psychisch kranke Mütter KOKON nutzen, um eine tragfähige Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen“, sagt Stefanie Hüsing, Bereichsleiterin bei der Bremer Werkgemeinschaft.

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