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Neuer Schul-Leistungsvergleich zeigt: Bremer Schulsystem fördert soziale Ausgrenzung und erzielt schlechte Ergebnisse.

Der neue Schul-Leistungsvergleich der Bundesländer des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen birgt eine bittere Wahrheit für Bremen: Nicht nur, dass Bremen in den beiden getesteten Fächern Deutsch und Englisch wieder das Schlusslicht der Bundesländer bildet. Der Vergleich zeigt auch: In Bremen hat die soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler eine wichtige Bedeutung für den Bildungserfolg.

„Das Bremer Schulsystem ist stark von Ausgrenzung geprägt. Fast 20% aller ausländischen SchülerInnen verlassen das Schulsystem ohne Abschluss, deutsche SchülerInnen zu fast 10%. Und es gibt große Bildungsunterschiede zwischen den Stadtteilen“, kommentiert Gerd Wenzel, Vorsitzender des Verbandsrates des Paritätischen Bremen, die Ergebnisse.

Nach Auffassung Wenzels hat das Bremische Schulsystem entscheidende Probleme bislang nicht gelöst. Es gelingt nach wie vor nicht, auf die jeweiligen SchülerInnen zugeschnittene pädagogische Konzepte in der Realität umzusetzen. Es leuchtet doch ein, dass SchülerInnen aus Schwachhausen ganz anders unterrichtet werden müssen, als die aus Gröpelingen. Es gibt genügend pädagogische Konzepte, die diese Differenzierung vorsehen. Aber die staatlichen Schulstrukturen lassen die Umsetzung dieser Konzepte nicht im notwendigen Maße zu.

Der Paritätische Bremen fordert deshalb eine Bürgerschule in freier Trägerschaft schrittweise einzuführen. Eine freie Bürgerschule kann viel flexibler auf die Lernbedürfnisse der regional sehr unterschiedlichen Schülergruppen eingehen, als dies in staatlichen Strukturen möglich ist. Eine Bürgerschule kann die dafür geeigneten Pädagogen einstellen und motivieren. Staatliche Strukturen sind nicht optimal, um Lernprozesse für Kinder und Jugendliche zu organisieren. Das hat sich auch im Bereich der sozialen Dienstleistungen gezeigt, die in Bremen inzwischen zu 100% von freien Trägern erbracht werden.

Im Interesse gerade der SchülerInnen aus ärmeren Verhältnissen, dürfen diese freien Bürgerschulen aber kein Schulgeld erheben und sie müssen verpflichtet sein, alle SchülerInnen ihres Stadtteils aufzunehmen, so dass keine Ausgrenzung stattfinden kann. Voraussetzung ist, dass die freien Bürgerschulen die gleichen finanziellen Rahmenbedingungen wie Schulen in staatlicher Trägerschaft haben müssen. Der Vorschlag des Paritätischen führt also nicht zu höheren Ausgaben.

„Die Kindergärten haben es uns vorgemacht. Auch bei den Schulen kann ein Miteinander von staatlichen und freien Bürgerschulen das gesamte Bildungssystem nur bereichern und so auch zu verbesserten Leistungen führen “, so Wenzel.

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