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Paritätischer fordert Vielfalt von Schulformen

Für Erstaunen sorgte die Ankündigung von Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um die beiden von Elterninitiativen getragenen Bremer Schulgründungsvorhaben Freie Schule Bremen und Humanistische Schule Bremen zu verhindern.

„Die Senatorin behauptet, dass Schulen in frei-gemeinnütziger Trägerschaft die Gesellschaft weiter spalten, da sie Schulgeld erheben und ärmere Familien sich dieses für ihre Kinder nicht leisten könnten. Sie ignoriert dabei die Tatsache, dass frei-gemeinnützige Schulen durch den Staat weitaus schlechter finanziert werden als staatliche Schulen und deshalb gezwungen sind, Schulgeld zu erheben, um ihre Kosten decken zu können. Die Senatorin vertauscht damit die Ursache mit der Wirkung“, sagt Wolfgang Luz, Vorstand des Paritätischen Bremen.

Im Jahr 2005 betrug die staatliche Regelfinanzierung für private Grundschulen 2695,86 Euro pro Kind (Quelle: Übersicht über die Finanzierung von Privatschulen in den Ländern der BRD der Kultusministerkonferenz). Die Förderung ist an den Status der Gemeinnützigkeit des Schulträgers gebunden und gilt nur für Bremer Landeskinder. Die Kosten für einen Platz an einer staatlichen Grundschule in Bremen hingegen beziffert ein Gutachten bereits für das Jahr 2004 mit 5910,20 Euro (Quelle: Steinbeis-Studie).

Hinzu kommt, dass diese Finanzierung für Privatschulen in Bremen erst nach einer Wartezeit von drei Jahren gewährt wird, so dass in den ersten Jahren der Schulträger die Kosten allein aufbringen muss.

„Die meisten Schulen in frei-gemeinnütziger Trägerschaft würden gerne darauf verzichten, Schulgeld zu erheben, ihnen bleibt aber schlichtweg keine andere Wahl aufgrund der bestehenden Finanzierungslücke. Bei der gleichen Finanzierung von staatlichen und frei-gemeinnützigen Schulen, wie es in den Niederlanden schon seit Jahren praktiziert wird, würde dieser segregierende Faktor entfallen.“ so Luz.

Gerade der Paritätische sieht die zunehmende soziale Spaltung der Stadt mit Sorge. „Unser Ansatz ist aber nicht, engagierte Bürgerinitiativen zu blockieren. Aus Gesprächen mit Eltern, Lehrern, Politikern und anderen wissen wir, dass in Bremen eine große Unzufriedenheit mit dem Bildungssystem besteht. Ein Miteinander von staatlichen und frei-gemeinnützigen Schulen kann das gesamte Bildungssystem nur bereichern“, so Luz.

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