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Bürgerschulen für Bremen

PARITÄTISCHER fordert Schulen in freier Trägerschaft

Schulkind an der Tafel

Schulen und Bildung – Für den Paritätischen Bremen, der sich für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit einsetzt, liegt die Beschäftigung mit schulischer Bildung nicht allzu fern. „Armut ist auch Armut an Bildung“, so Gerd Wenzel, Vorsitzender des Paritätischen Verbandsrates. Der Paritätische Bremen fordert neben staatlichen Schulen die Einrichtung von Schulen in freier Trägerschaft, um mehr Chancengerechtigkeit zu ermöglichen, die Schullandschaft in Bremen zu bereichern und Eltern neue Wahlmöglichkeiten zu bieten.
Mit Sorge beobachtet der Verband schon seit vielen Jahren die Entwicklung des öffentlichen Schulsystems mit seinen ständig neuen Reformen. Diese, so der Verband, lösen entscheidende Probleme nicht. „Die frühe Trennung der Kinder nach der vierten Klasse führt zu enormen Leistungsspreizungen und letztlich auch zu schlechten PISA-Ergebnissen“, so Wenzel. Der Verband verlangt deshalb eine Schule für alle Kinder bis zur 10. Klasse, am besten in freier Trägerschaft. Diese freien Schulen – der Paritätische nennt sie Bürgerschulen – müssten aber, so das Konzept des Paritätischen, gleiche finanzielle Rahmenbedingungen wie Schulen in staatlicher Trägerschaft haben. Der Verband schlägt zur Finanzierung aller Schulen eine Pauschale pro Schüler vor. „So ist es möglich, dass auch freie Schulen keinen Elternbeitrag erheben müssen und Eltern tatsächlich zwischen allen Schulangeboten frei wählen können, egal ob sie arm oder reich sind“, sagt der Verbandsratsvorsitzende.
Bürgerschulen sollen nach Auffassung des Paritätischen selbst über Schulprofil, pädagogisches Konzept, Personal und Einsatz von Ressourcen entscheiden, der Staat setzt Bildungsziele, finanziert und kontrolliert. Im Sinne von Chancengerechtigkeit soll eine Bürgerschule verpflichtet sein, prinzipiell alle Kinder aufzunehmen. Dar Paritätische hat im Bereich der Kindertageseinrichtungen die Erfahrung gemacht, dass ein Nebeneinander von staatlich und privat organisierten Bildungseinrichtungen die Qualität der Arbeit positiv beeinflusst. Dies erhofft man sich auch durch den Aufbau freier Bürgerschulen.
In Bremen gibt es eine große Bereitschaft von gemeinnützigen Trägern und interessierten Eltern, als Schulträger Mitverantwortung für eine bessere Bildung zu übernehmen. „Wir haben bereits jetzt viele Mitglieder, die im Bereich Bildung aktiv sind, sei es als Schul-, Kindergarten- und Hortträger, in Kooperationsprojekten mit Schulen oder in der Assistenz von behinderten Schülern. Hier gibt es viel know-how, dass die Bildungslandschaft deutlich bereichern könnte“, so Wenzel.
Der Paritätische möchte mit seinem Konzept „Bürgerschulen für Bremen“ eine öffentliche Diskussion um bessere Schulen in Bremen anstoßen. „Wir möchten nicht nur unsere Mitglieder, sondern auch Politiker, Schulleiter und Eltern von unserem Vorschlag überzeugen“, so Wenzel. Geplant ist zunächst, dass Konzept mit einer Schule in einem Modellversuch zu erproben.

Download


: Freie_Schulen.pdf [3.7 MByte]

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